30 Jahre onkologische Versorgung in Waidhofen/Thaya

WAIDHOFEN/THAYA – Mit dem 30-jährigen Bestehen blickt die Onkologie am Landesklinikum Waidhofen/Thaya in die Geschichte zurück.

Mit der Eröffnung der onkologischen Ambulanz am LK Waidhofen/Thaya wurde im Jahr 1991 der erste Schritt zur kontinuierlichen Versorgung onkologischer Patient*innen im Waldviertel gesetzt. 
Ein Pionier der ersten Stunde war der damalige Leiter der Abteilung für Innere Medizin, MR Prim. Dr. Peter Preis, dem federführend mit viel Engagement die Etablierung des Schwerpunktes Hämato-Onkologie gelang. Jetzt erinnert er sich für uns: „Krebspatienten aus Niederösterreich wurden bis 1990 in einigen wenigen niederösterreichischen Gemeindespitälern, zum Großteil aber an den Schwerpunktabteilungen in Wien, betreut. Meine Idee, auch in Niederösterreich eine onkologische Infrastruktur aufzubauen, wurde vom Landessanitätsrat im Juni 1990 positiv aufgenommen und Waidhofen/Thaya erhielt im Jänner 1991 als erstes Krankenhaus in Niederösterreich eine onkologische Ambulanz.
Verbunden war diese Entscheidung mit zwei zusätzlichen Ärzte-Ausbildungsstellen für das Fach Innere Medizin und später dem Zusatzfach Hämato-Onkologie. In Folge wurden weitere Planstellen geschaffen, um den großen Bedarf an ambulanter und stationärer Versorgung unserer Krebspatienten bewältigen zu können.
Da die onkologischen Behandlungen damals - wie auch heute - sehr teuer waren, bedeutete dies einen beträchtlichen Mehraufwand für die Gemeinde, die das Krankenhaus führte und finanzierte. Trotz dessen überwogen aber eindeutig die Vorteile, denn für unsere Patienten kam es damit zu einer wesentlichen Erleichterung in einer schwierigen Lebenssituation. Die Wohnortnähe und der damit verbundene wesentlich kürzere Anfahrtsweg zu den Behandlungen waren immense Vorteile dabei.“ 

Möglich wurde die Etablierung der Onkologie vor allem auch dadurch, dass Prim. Peter Preis durch Ausbildungen am AKH Wien, in Heidelberg und San Francisco das Zusatzfach Hämatologie-Onkologie schon absolviert hatte. Unterstützend investierte in dieser Zeit das radiologische Institut in modernste bildgebenden Verfahren und auch der damalige Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe begann mit brusterhaltenden Operationen bei Brustkrebs.

„Die Onkologie wuchs rasch, Diagnosen und Therapien wurden immer komplexer, es musste also sowohl Personal aufgestockt aber auch Geld für die teuren Therapien zur Verfügung gestellt werden. Dies fand seinen Höhepunkt in den Jahren 2000 bis 2012. Da wir in Waidhofen bereits seit 1990 viel Erfahrung auf dem Gebiet der Versorgung von Krebspatienten sammeln konnten, bekam ich vom Land Niederösterreich auch die Möglichkeit, Vorschläge für ein „Konzept Onkologie für ganz Niederösterreich“ einzubringen.
Vor allem aber durfte ich als ärztlicher Verantwortlicher von 2000 bis 2004 ein Konzept „Palliativmedizin in Niederösterreich“ miterstellen. In der Folge wurden flächendeckend in Niederösterreich Palliativstationen und Palliativteams aufgebaut, Waidhofen erhielt eine der ersten Palliativstationen Niederösterreichs“ erinnert sich der damalige Abteilungsleiter.  

In den Jahren 2007/2008 wurden in Zusammenarbeit mit OA Dr. Andreas Kretschmer, OÄ Dr. Talin Topakian, OA Dr. Eduard Gaisfuss und Dr. Josef Dörrer im Rahmen der sogenannten Reformpoolprojekte neue Konzepte für die Modellregion Waldviertel erstellt.

In den Jahren nach 2010 wurde von jetzigen Abteilungsleiter, Prim. Dr. Andreas Kretschmer, das Tumorboard in Waidhofen, Gmünd und Zwettl etabliert. Dabei diskutieren und prüfen mittels Videokonferenz Experten aus verschiedenen medizinischen Fachrichtungen den medizinischen Zustand und die Behandlungsmöglichkeiten eines onkologischen Patienten. Auch die Pathologie Horn und die Strahlenabteilung Krems sind in diese Entscheidungsprozesse integriert. Die onkologische Versorgung erreichte damit internationales Niveau. 

Bis heute ist die Onkologie am Landesklinikum Waidhofen/Thaya für die Schwerpunktversorgung der Waldviertler Patient*innen zuständig. 
Bei steigender Qualität verdoppelten sich in den letzten zehn Jahren sowohl die Patientenfrequenz als auch die erbrachten medizinischen Leistungen. 

„2017 konnte mit der Einführung der Tumordatenbank OIS die Abbildung eines gesamten Krankheitsverlaufs und eine Sichtbarmachung der medizinischen Qualität in der Onkologie erreicht werden. Auch in den Pandemiejahren 2020/21 wurden die onkologischen Patient*innen ohne Einschränkungen versorgt und behandelt sowie ein Großteil der in Therapie stehenden Patient*innen gegen Covid-19 geimpft“ so Prim. Dr. Andreas Kretschmer, Ärztlicher Standortleiter, Abteilungsleiter Innere Medizin. 

LHStv Dr. Stephan Pernkopf bedankt sich für die innovative Arbeit des onkologischen Teams am LK Waidhofen/Thaya und hebt die Vorzüge der niederösterreichischen Klinikstruktur hervor: „Besonders am Beispiel der onkologischen Versorgung in Niederösterreich zeigen sich die Vorteile einer gesamthaften Organisation der NÖ Gesundheitseinrichtungen unter dem Dach der NÖ Landesgesundheitsagentur. Die enge Zusammenarbeit der medizinischen Experten und Expertinnen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Klinikstandorten im virtuellen Tumorboard ermöglicht den Patientinnen und Patienten in einer schwierigen Lebensphase eine wohnortnahe Betreuung und Behandlung und sichert durch die Vernetzung die beste medizinische Versorgung an den einzelnen Standorten.“ 

BILDTEXT  (v.l.n.r.):
MR Dr. Peter Preis, ehemaliger Abteilungsleiter Innere Medizin, Prim. Dr. Andreas Kretschmer, Ärztlicher Standortleiter, Abteilungsleiter Innere Medizin 
 

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Barbara Tobolka-Mares
Landesklinikum Waidhofen/Thaya
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